Sind PrePaid Kreditkarten eigentlich pfändungssicher?

PrePaid KreditkartenWas vor einigen Jahren als Produkt noch nicht wirklich existierte und die ersten PrePaid Kreditkarten noch eher als echter Insidertipp in den Weiten des Internet gehandelt wurden, ist mittlerweile auch bei den klassischen Banken ein fest etabliertes Finanzinstrument. In den letzten 2-3 Jahren haben die klassischen Banken zunehmend erkannt, dass der Bedarf an PrePaid-Kreditkarten alles andere als gering ist. Seitdem versuchen Banken, ein entsprechendes Klientel für sich und die angebotenen Kreditkarten zu gewinnen. Das dieser Bedarf durchaus gegeben ist, ergibt sich allein aus der Tatsache, dass es heutzutage kaum noch möglich ist ohne eine entsprechende Master und / oder Visa Card einen Leihwagen, einen Flug, das Hotel oder generell einen Online Einkauf zu tätigen. Stets wird im Zahlprozess die Kreditkarte „eingefordert“. Doch wer nicht im Besitz einer Kreditkarte ist, weil beispielsweise die Hausbank die Vergabe einer klassischen Kreditkarte verweigert hat, ist zwangsläufig vom Online Leben – zumindest unter den genannten Aktivitäten – ausgeschlossen. Genau dies haben sich vor einigen Jahren ein paar findige Unternehmen zu Nutzen gemacht und die sogenannten PrePaid Kreditkarten in den Markt gebracht.

Ein Glücksfall für also diejenigen Menschen, die aufgrund finanzieller Probleme keine klassische Kreditkarte besitzen und auch nicht die Chance bekommen würden, diese von einer Bank zu erhalten.

Der Grundgedanke hinter diesen Karten ist so simpel wie effektiv: Es wird Geld mittels Überweisung, Direkteinzahlung oder sogenannter frei erwerblicher Guthabenkarten a la Ukash, Paysafecard etc. auf die Kreditkarte als Guthaben aufgeladen und schon kann diese dann wie eine normale Kreditkarte auch als Zahlungsmittel eingesetzt werden. So eben bei Flug- und Hotelbuchungen, Online-Einkäufen als auch bei der Anmietung eines Leihwagens. Der Vorteil dieser Karten ist klar: Eine Überschuldung ist komplett ausgeschlossen >> Kein Guthaben auf der Karten – keine Nutzungsmöglichkeit der Karte!

PrePaid Kreditkarte

So wundert es also nicht, dass solche PrePaid Kreditkarten gerade bei Menschen mit finanziellen Problemen wie beispielsweise negative SCHUFA-Einträge oder gar Vollstreckungsmassnahmen großen Anklang finden. Doch wer im Grundsatz glaubt mit dem Erwerb einer solchen PrePaid Kreditkarte und dem darauf „geparkten“ Guthaben vor eben solchen Vollstreckungsmassnahmen geschätzt zu sein, der irrt.

Deutsche PrePaid Kreditkarten sind NICHT pfändungssicher

Warum das so ist, lässt sich relativ einfach erläutern:  In Deutschland kann grundsätzlich betrachtet jedes Guthaben, das über der Pfändungsfreigrenze liegt, gepfändet werden. Wer also eine Prepaid Kreditkarte von einer deutschen Bank hat, der läuft Gefahr, das über diese PrePaid Kreditkarte in Folge auch das damit verbundene Konto ermittelt und somit gepfändet werden kann. Denn grundsätzlich (ohne Ausnahme!) muss jedes deutsche Bankinstitut die Daten eines Bankkontos an die BAFIN weitergeben. Die Verbindung eines deutschen Girokontos in Verbindung mit einer PrePaid Kreditkarte beim gleichen deutschen Finanzinstitut ist, als unter dem Aspekt der Pfändungssicherheit, eindeutig nachteilig! Selbst dann, wenn das Girokonto als sogenanntes P-Konto geführt wird.

Sind PrePaid Kreditkarten aus dem Ausland pfändungssicher?

Diese Frage lässt sich mit einem recht eindeutigen „Ja“ beantworten! Ist die PrePaid Kreditkarte von einem ausländischen Bankinstitut, stellt sich das Thema „Pfändungssicherheit“ komplett anders dar. Handelt es sich beispielsweise um einen Anbieter aus Grossbritannien, der Schweiz, den britischen Kanalinseln oder Gibraltar dann gilt das jeweilige Bankenrecht des Landes. Hier wird es in der Regel recht schwer für deutsche Finanzbehörden entsprechenden Zugriff zu erhalten. Nachteil bei diesen PrePaid Kreditkarten sind jedoch zum einen Limits bei der Nutzung der PrePaid Karte in Form begrenzter Geldverfügungen ebenso wie Aufladungen, oftmals hohe Gebühren und eine zudem stark eingeschränkte bis gar nicht vorhandene Sicherung der Geldbeträge. Im Klartext: Wenn der Anbieter der PrePaid Karte mir Nichts, dir Nichts Insolvenz anmeldet, kann dies gleichzeitig auch den Verlust des auf der PrePaid Kreditkarte geparkten Geldes bedeuten. Hier gilt es also, sich vor Bestellung einer Kreditkarte auf PrePaid Basis in entsprechenden Foren, der Webseite des Anbieters selbst und spezialisierten Kreditkartenportalen „schlau“ zu machen.

Welche PrePaid Kreditkarten lohnen sich?

Um einen ersten Hinweis darauf zu geben, welche PrePaid Kreditkarten aus unserer Sicht ohne Umschweife zu empfehlen sind:

Zum einen die ViaBuy Mastercard, welche in Zusammenhang mit einem Konto in Grossbritannien von einem seit Jahren etablierten Anbieter angeboten wird. Die Vorteile dieser Mastercard sind, die zum einen aus Sicht der Verbraucher immer noch wichtige Hochprägung (was eigentlich technisch gesehen Unsinn ist), die Wahl zwischen einem edlen goldenen oder schwarzen Design, den zahlreichen Auflademöglichkeiten, der sehr schnellen Zustellung der Mastercard an jede Adresse in Europa (in Deutschland OHNE POST-IDENT), keiner Bonitätsprüfung ebenso wenig wie der Nachweis eines regelmässigen Gehalts und den für eine PrePaid Kreditkarte durchaus akzeptablen Gebühren.

Hier geht es zur ViaBuy MasterCard >>

Zum anderen können wir die Neteller Mastercard empfehlen, welche ebenfalls aus Grossbritannien stammt und hinter der das Unternehmen PaySafe steht. Ein Unternehmen, das die bekannte PaySafe Card als auch die Skrill PrePaid Karte betreut. Auch für Neteller gilt: Hochgeprägte Mastercard, eine Vielzahl an Einzahlungsmöglichkeiten, die Möglichkeit die Kreditkarte in unterschiedlichen Währungen zu führen, interessantes Bonusprogramm für getätigte Umsätze und attraktive Gebühren. Zudem kann jederzeit eine virtuelle Mastercard erstellt werden.

Hier geht es zur Neteller Mastercard >>

PrePaid Kreditkarte

Um hier jedoch eins absolut klarzustellen: Es geht uns hier nicht darum, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man Geld „beiseite“ schafft, um damit einer Schuldentilgung zu entgehen. Vielmehr geht es darum Aufklärung hinsichtlich der möglichen Pfändung von PrePaid Kreditkarten zu betreiben!

In eigener Sache: Sie kennen weitere empfehlenswerte PrePaid Kreditkarten aus dem Ausland? Hervorragend – lassen Sie uns wissen, um welche Karten es sich handelt, wir schauen Sie uns an und berichten ggfs. darüber!

Wer hingegen generell eine günstige Kreditkarte – egal ob Prepaid oder „normale“ – sucht, findet mithilfe unseres neuen Kreditkartenvergleichs mit Sicherheit das passende Kreditkarten Angebot.

6 Gedanken zu “Sind PrePaid Kreditkarten eigentlich pfändungssicher?

    • Hallo Herr Jung,

      vielen Dank für Ihren Kommentar und die damit verbundene Frage zur DMAX card. Bei der Karte handelt es sich um Co-Branded Karte, hinter der die Firma Global Humax steht. Global Humax ist ein Kartenprovider mit Geschäftssitz auf Zypern. Von Global Humax herausgegebene Karten (TLC Card, DMAX Card) werden operativ (Herausgabe, Zahlungen etc.) von der Transact Pro SIA mit Sitz in Riga / Lettland betreut.

      Gruss

        • Hallo Herr Jung, das kann man pauschal nicht beantworten. Ein Vorteil kann sein, dass diese Karte nicht mit einem deutschen Bankkonto verknüpft ist und somit zumindest mal in Deutschland nicht „registriert“ ist. Alle Daten der Karten werden in Osteuropa gespeichert und unterliegen damit auch einer ausländischen Datenschutzregelung. Darüber muss man sich bewusst sein, das nicht ganz klar ist, wer bei etwaigen Problemen mit den Karten eigentlich final verantwortlich zeichnet: Global Humax auf Zypern, oder SIA in Riga. Wir werden uns die Karte als auch das Firmenkonstrukt dahinter in den nächsten Tagen mal etwas genauer ansehen und dann einen passenden Artikel veröffentlichen – inklusive de Vor- und Nachteile.

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